8. April 2018:
Da saß ich wieder und ein Arzt hatte die Aufgabe, mir eine schwerwiegende Diagnose mitzuteilen: Beidseitiger Brustkrebs. Er ging direkt über in das Therapiegespräch: Brustamputation beidseitig. Nach dem histologischen Befund sehen wir weiter. Ab der Tumorkonferenz hörte ich auf zu denken und grätschte dazwischen.
NEVER EVER!
Ich kaufe mir jetzt eine APE und fahre so lange damit durch die Toskana, bis es nicht mehr geht, und dann gebe ich mir die Kugel: SO MACH ICH DAS JETZT!!! GENAUSO!
Daraufhin legte er seine Hand auf meine und sagte:
„Frau Bach, wir ziehen das jetzt hier gemeinsam durch, und dann können Sie ab nächstem Jahr so lange mit Ihrem APE durch die Toskana fahren, wie Sie wollen. Meinetwegen ihr ganzes Leben!“
Ich war komplett sprachlos. Er nahm mir damit allen Wind aus meinen Segeln. Ich sah ihn einfach nur mit großen, offenen Augen an und er klärte mich in seiner ruhigen und menschlichen Art über die weitere Vorgehensweise auf. Ich vertraute ihm und habe es bis heute nicht bereut. Ohne seine Empathie gäbe es mich heute vermutlich nicht mehr.
Mit einem Piaggio APE 50 durch die Toskana, blieb jedoch mein Plan. Dann eben ein Jahr später. Was ist schon ein Jahr? Dieser Plan brachte mich durch meine Krebsdiagnose und die vielen Therapien. Ich brauchte in meinem italienischen Café oder auf meinem kleinen Hinterhofbalkon nur die Augen zu schließen und hörte das knatternde Geräusch, die Fehlzündungen und dann das Pöttern, wenn das Gerät fuhr. Und schon war ich in Italien. Wenn mich die Sehnsucht schmerzhaft packte, schaute ich mir auf der Internetseite Piaggio Commercial die verschiedenen Modelle an.