In jedem Anfang wohnt ein Zauber inne.

Das eine ist die Vision im Kopf und gefühlt schon durchs Ziel zu laufen. Das andere, diese umzusetzen. Seitdem ich beschlossen habe, professionell zu laufen, geht nicht mehr: Schuhe an und los. Und wenn man halt keine Lust mehr hat, einfach wieder zurück. Zwischendurch auf der Mauer sitzen und Schiffe schauen.
Ab jetzt muss der Herzschlag geprüft werden, so mein Physiotherapeut. Und das richtige Schuhwerk muss her. Eine angemessene Sportbekleidung und -ausrüstung dürfen selbstverständlich auch nicht fehlen. Ganz plötzlich habe ich nur noch beratende Laufprofis um mich herum. Atmungsaktiv, ein Wort, welches ich zu meinem Wortschatz hinzugefügt habe. Und obendrauf: Wind- und Regenschutz und noch mehr Kleidung für all das, was das Wetter so zu bieten hat. Laufen alleine geht plötzlich auch nicht mehr. Ich benötige Ausgleichssport: für die Kraft, für die Beine und überhaupt. Meine Ernährung ist suboptimal. Immerhin habe ich einen Pluspunkt: Mein Ruhepuls bewegt sich zwischen 70 und 75. Das heißt laut Google: Ich bin nicht ganz so schwach auf der Brust.

Das ist kein einfaches Am-Rhein-laufen mehr, sondern wächst zu einer echten Herausforderung heran. Ich kann jetzt nicht mehr wie Rocky in ollen Joggingklamotten durch die Gegend laufen und oben auf der Treppe ein wenig in der Luft herumboxen und triumphierend die Arme in die Höhe werfen.  Wenn ich mir das vorstelle: Ich oben auf der kleinen Treppe im Rheinpark, muss ich laut lachen. Aber eins habe ich mit Rocky doch gemeinsam. Ich stelle mich einer Herausforderung, in die ich – wenn ich all meinen Optimismus und kindlichen Größenwahn zusammennehme – hineinwachsen muss.

Für den Anfang ersetze ich meinen persönlichen Motivations-Song: Dancing Queen gegen Eye of the Tiger. Schmeiße alle meine Element-of-Crime-Lieder aus der Playlist und drehe ab sofort leichtfüßig meine Runden im Rheinpark – ohne Mauer und Schiffe.  🙂